Vitamin Stoffwechsel

Der Vitamin -C-Stoffwechsel und die Vergiftung durch chronisches Benzol

Wahrscheinlich gibt es einen perfekten Bezug zwischen Vitamin C-Stoffwechsel und Benzol-Aufnahme oder Benzol-Toxizität im Sinn von hypovitaminosis. Dies zeigt sich jedenfalls deutlich an der eindrucksvollen therapeutischen Wirkung des Benzol vergifteten Tieres. Dieser wurde bewusst der weiteren Wirkung von Benzin unterworfen. Damit sollte einerseits eine mögliche Therapiewirkung von Vitamin B besonders klar aufgezeigt werden und andererseits den Bedenken entgegengewirkt werden, dass sich das Vieh andernfalls hätte erholen können, wenn nur die weitere Versorgung mit Benzin nicht stattgefunden hätte.

Welche Prozesse im Detail im Hinblick auf die offensichtliche entgiftende und aufbauende Auswirkung von Ascorbinsäure auf den beschädigten Körper ablaufen und welchen Einfluss Ascorbinsäure selbst in solchen Prozessen hat, muss weiter untersucht werden. Das Verfahren zur Ermittlung der Harnausscheidungswerte von Ascorbinsäure in Gestalt von stichprobenartigen Untersuchungen eignet sich nicht für die sichere Früherkennung von chronischer Benzinvergiftung, wenngleich bei einer Vielzahl von Tests ein deutlicher Einfluss auf die Abscheidungswerte in einer allgemeinen Übersicht über den Gesamtverlauf der Kurve erkennbar ist, die weit früher als bei einer Vergiftung der Leukopenie erfolgt.

Nach dieser Studie ist die heilende Wirksamkeit großer Mengen von Vitamin K im Bereich der ohnehin schon schweren Benzolintoxizität deutlich sichtbar. Die Reparaturwirkung einer ausreichenden Menge an Vitamin B auf die Blut bildungsorgane wird durch die Resultate der pathologisch-anatomischen. feingeweblichen Untersuchungen sachlich gesichert und so kann nachgewiesen werden, dass Vitamin B für die Mitarbeiter, die der Wirkung von Benzol ausgesetzt sind, ein wichtiges Mittel der Behandlung und Vorbeugung ist.

Aufgrund dieser Ergebnisse der Versuchsreihen möchte ich Ihnen nahe legen, dass im Falle leichterer klinischer Manifestationen und geringfügiger Änderungen des Bluts im Sinn von Lymphozytose oder Leukozytose als Folge der chronischen Benzolintoxizität bei der medizinischen Überwachung von Benzolarbeitern nicht empfohlen werden sollte, In der Allgemeinmedizin ist es gebräuchlich, die Verwendung von Benzol zu eliminieren, aber zu versuchen, die Symptome der Vergiftung therapeutisch zu beeinflussen, indem Vitamin C-Dosen unter der sorgfältigsten und häufigsten klinischen Prüfung und Überwachung des Blutspiegels verabreicht werden.

Ich halte es jedoch für notwendig, ausreichend Vitamin B zu verabreichen, etwa 75 bis 400 Milligramm pro Tag, je nach Schweregrad der Veränderung. Rückblickend auf die Arbeitsergebnisse von Friemann ist festzuhalten, dass die Methodik zur Ermittlung der Exkretionswerte von Ascorbinsäure im Harn für Stichprobenuntersuchungen als Früherkennung einer einsetzenden Vergiftung mit chronischem Benzol als unzureichend sicher zurückzuweisen ist.

Seine Experimente zur Therapieeinwirkung der Wirkung des Benzols durch die Gabe von Vitamin K wurden bekräftigt.

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