Alli zum Abnehmen: Für wen eignet sich der Fettblocker?
Alli enthält Orlistat und ist laut EU-Produktinformation für Erwachsene mit einem BMI ab 28 kg/m² vorgesehen. Der BMI setzt Gewicht und Körpergröße ins Verhältnis. Orlistat hemmt im Darm einen Teil der Fettverdauung und unterstützt die Gewichtsabnahme nur zusammen mit einer kalorienreduzierten, fettärmeren Ernährung.
Der zusätzliche Gewichtsverlust gegenüber einer Diät allein ist im Durchschnitt moderat. Lassen Sie vor der Einnahme prüfen, ob Alli zu Ihrer Gesundheit und Ihren Medikamenten passt. Die Ernährungsumstellung bleibt während und nach der Einnahme entscheidend.
Für wen Alli infrage kommt
Alli richtet sich an Erwachsene mit einem BMI von mindestens 28 kg/m², die zugleich ihre Ernährung umstellen; für Minderjährige ist nicht belegt, dass Alli sicher ist und wirkt. Bei einem BMI zwischen 25 und 28 kg/m² zeigte eine Studie laut Europäischer Arzneimittel-Agentur keinen für Betroffene relevanten Gewichtsverlust. Alli ist daher nicht für eine kosmetische Gewichtsabnahme bei einem BMI zwischen 25 und 28 kg/m² vorgesehen.
Klären Sie die Einnahme ärztlich oder in der Apotheke ab, wenn Sie eine Nierenerkrankung oder Diabetes haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen. Besonders wichtig ist die Rücksprache bei Levothyroxin oder Mitteln gegen Epilepsie. Dazu zählen auch Amiodaron, HIV-Medikamente und Arzneimittel, die die Blutgerinnung beeinflussen. Orlistat kann die Aufnahme oder Wirkung bestimmter Medikamente verändern.
Laut EU-Produktinformation dürfen Sie Alli nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Das gilt auch bei einem chronischen Malabsorptionssyndrom, bei dem der Darm Nährstoffe nicht ausreichend aufnimmt, oder bei einer Cholestase, bei der der Gallenfluss gestört ist. Nehmen Sie Alli außerdem nicht ein, wenn Sie allergisch auf einen Bestandteil reagieren. Sie dürfen Alli auch nicht gleichzeitig mit Ciclosporin, Warfarin oder anderen blutgerinnungshemmenden Mitteln zum Einnehmen verwenden. Besprechen Sie Ihre Medikamente und Vorerkrankungen vor Beginn mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker.
So wird Alli eingenommen
Die empfohlene Dosis beträgt eine Kapsel mit 60 mg Orlistat bis zu dreimal täglich. Nehmen Sie sie unmittelbar vor, während oder innerhalb einer Stunde nach einer Hauptmahlzeit ein. Wenn Sie eine Mahlzeit auslassen oder sie kein Fett enthält, lassen Sie die dazugehörige Dosis weg. Mehr als drei Kapseln innerhalb von 24 Stunden sind nicht vorgesehen.
Die EU-Produktinformation begrenzt die Behandlungsdauer auf höchstens sechs Monate. Wenn Sie nach zwölf Wochen nicht abgenommen haben, holen Sie ärztlichen oder pharmazeutischen Rat ein. Ein Absetzen kann dann erforderlich sein. Halten Sie sich an die Packungsbeilage und lassen Sie bei Unsicherheit die Einnahme mit einer Fachperson klären.
Orlistat hemmt Enzyme, die Nahrungsfett im Verdauungstrakt aufspalten. Bei der empfohlenen Dosis wird ungefähr ein Viertel des aufgenommenen Fetts nicht verdaut und mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Wirkstoff unterdrückt nicht den Appetit und blockiert auch nicht die Aufnahme von Zucker oder sämtlichen Kalorien.
Ernährung bei der Einnahme von Alli
Nehmen Sie Alli zusammen mit einer ausgewogenen, leicht kalorienreduzierten und fettärmeren Ernährung ein. Laut EU-Produktinformation sollten etwa 30 Prozent Ihrer täglichen Kalorien aus Fett stammen. Verteilen Sie Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate auf drei Hauptmahlzeiten, statt viel Fett in eine einzelne Mahlzeit zu packen. Bewegung und eine passende Ernährungsweise sollten schon vor der Einnahme beginnen und nach dem Absetzen weitergehen.
In den Studien nahmen auch die Placebogruppen ab, weil sie ebenfalls eine kalorienreduzierte Ernährung einhielten. In den nach sechs Monaten zusammengefassten Studiendaten sank das Gewicht im Mittel um 4,40 kg mit Alli und um 2,09 kg mit einem Placebo und einer Diät. Mindestens fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren 46,7 Prozent der Alli-Gruppe und 26,4 Prozent der Placebogruppe. Diese Werte beschreiben Ergebnisse unter Studienbedingungen und sagen nicht voraus, wie viel eine einzelne Person abnimmt.
Eine fettärmere Ernährung hilft außerdem, Magen-Darm-Beschwerden zu begrenzen. Mehr Fett in einer Mahlzeit führt dazu, dass mehr unverdautes Fett ausgeschieden wird. Das erhöht das Risiko für ölige Ausscheidungen, Stuhldrang und weitere Darmbeschwerden.
Nebenwirkungen und Warnzeichen
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Darm. Sehr häufig sind ölige Flecken, Blähungen mit Stuhlabgang, plötzlicher Stuhldrang, fettig-öliger Stuhl und der Abgang öligen Sekrets. Häufig kommen etwa weicher oder flüssiger Stuhl, Unterbauchschmerzen und häufigerer Stuhlgang hinzu. Solche Beschwerden treten oft früh auf und sind in den Studien meist leicht und vorübergehend. Eine fettärmere Ernährung senkt ihre Wahrscheinlichkeit.
Orlistat kann die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K beeinträchtigen. Die Produktinformation empfiehlt deshalb ein Multivitaminpräparat vor dem Schlafengehen. Fragen Sie eine Fachperson, welches Präparat für Sie passt und wie viel Zeit zwischen der Einnahme des Präparats und Alli liegen sollte.
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie eine Nierenerkrankung haben. Die Produktinformation nennt Nierenschäden durch Oxalat als seltene Nebenwirkung, deren Häufigkeit nicht bekannt ist. Auch über Leberprobleme wurde berichtet. Beenden Sie die Einnahme und lassen Sie Beschwerden abklären, wenn sich Haut oder Augen gelb färben, der Urin dunkel wird, Juckreiz auftritt oder Sie Schmerzen im Oberbauch bekommen.
Bei schwerem Durchfall kann die Wirkung einer hormonellen Verhütung zum Einnehmen beeinträchtigt sein. Verwenden Sie in diesem Fall zusätzlich eine andere Verhütungsmethode und lassen Sie sich beraten.