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Extrem abnehmen: Risiken und gesündere Alternativen

Wer schnell viel Gewicht verlieren will, greift oft zu Fastenkuren, sehr kleinen Portionen oder einseitigen Diäten. Crash-Diäten können Muskelmasse abbauen, Beschwerden verursachen und das Risiko für Gallensteine erhöhen. Es gibt keine feste Grenze dafür, wann Abnehmen als „extrem“ oder gefährlich gilt.

Wenn Sie über mehrere Wochen mehr als etwa ein Kilogramm pro Woche abnehmen, ist das ein schneller Gewichtsverlust. Die Zahl ist keine feste Grenze zwischen sicherem und gefährlichem Abnehmen: Entscheidend sind auch die Methode, die Dauer und Ihre Gesundheit. Sehr kalorienarme Diäten gehören in ärztliche Betreuung.

Risiken schneller Diäten

Bei stark eingeschränkter Ernährung kann der Körper neben Fett auch Wasser und Muskelmasse verlieren. MedlinePlus nennt außerdem einen möglichen Verlust an Knochendichte. Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall sind weitere mögliche Beschwerden. Manche Menschen entwickeln außerdem Gicht. Nicht jeder bekommt diese Beschwerden. Das Risiko hängt von der Diät und dem Gesundheitszustand ab.

Schneller Gewichtsverlust und längeres Fasten können außerdem die Gallenblase beeinträchtigen und das Risiko für Gallensteine erhöhen. Übergewicht selbst ist ebenfalls ein Risikofaktor. Schnell abzunehmen ist deshalb nicht automatisch gesünder.

Auch nach einer Diät zählt, wie es weitergeht. Wer nach einer kurzen Phase strenger Regeln zu den früheren Essgewohnheiten zurückkehrt, nimmt verlorenes Gewicht häufiger wieder zu. Planen Sie daher von Anfang an, wie Sie die Veränderungen langfristig beibehalten.

Wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Besprechen Sie eine drastische Diät vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine chronische Erkrankung haben, regelmäßig Medikamente einnehmen oder schwanger sind. Das gilt besonders für sehr kalorienarme Programme. Die britische Leitlinie NICE sieht eine Ernährung mit weniger als 800 Kilokalorien am Tag nur in ausgewählten Fällen vor. Sie gehört dann zu einer spezialisierten Behandlung, ist medizinisch begründet, dauert höchstens zwölf Wochen und wird laufend betreut. Diese Vorgabe ist keine Empfehlung für selbst organisierte Diäten und keine deutsche Regelung.

Vereinbaren Sie bald einen Arzttermin, wenn Ihr Gewicht ohne Absicht weiter sinkt, Sie anhaltend müde oder schwach sind oder Essen und Trinken zunehmend schwerfallen. Sprechen Sie auch dann früh mit einer Fachperson, wenn Ihr Alltag immer stärker von Kalorienzählen, Gewichtskontrollen oder zwanghaftem Sport bestimmt wird. Das können Anzeichen für ein problematisches Essverhalten sein.

Bei Bewusstlosigkeit oder starken Brustschmerzen mit Atemnot rufen Sie den Notruf 112. Solche Beschwerden sind allgemeine medizinische Notfälle und sollten sofort abgeklärt werden.

Gesündere Alternativen zum schnellen Abnehmen

Das US-amerikanische Institut NIDDK nennt für Menschen mit Übergewicht oder Adipositas als mögliches erstes Ziel, innerhalb von sechs Monaten fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts abzunehmen. Das ist ein Orientierungswert, kein passendes Ziel für alle. Bei Normalgewicht ist eine Gewichtsabnahme nicht automatisch sinnvoll. Lassen Sie ein Ziel ärztlich einordnen, wenn Sie unsicher sind.

Ein Plan, den Sie langfristig einhalten können, setzt auf ausgewogene Ernährung, eine maßvolle Verringerung der Kalorienzufuhr, regelmäßige Bewegung und Unterstützung dabei. Sie müssen dafür nicht alles auf einmal umstellen: Wählen Sie eine Veränderung, die in Ihren Alltag passt, und prüfen Sie, ob Sie sie über längere Zeit beibehalten können. Ein Programm sollte außerdem einen Plan für die Zeit nach der Abnahme enthalten.

Bewegung unterstützt die Gesundheit auch dann, wenn sich das Gewicht nur wenig verändert. NIDDK nennt mindestens 150 Minuten Ausdauerbewegung pro Woche als mögliches Ziel. Manche Menschen arbeiten schrittweise darauf hin. Richten Sie den Einstieg nach Ihrer Fitness und möglichen Beschwerden aus. Wenn Sie lange inaktiv waren oder gesundheitliche Einschränkungen haben, besprechen Sie den Einstieg mit einer medizinischen Fachperson.

Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die sehr große Abnahmen in kurzer Zeit versprechen, Gewichtsverlust ohne Änderungen bei Ernährung oder Bewegung in Aussicht stellen oder Fettabbau an einer bestimmten Körperstelle versprechen. Fragen Sie stattdessen, wer Sie berät, wie das Programm mit Rückschlägen umgeht und wie es den Gewichtserhalt unterstützt.