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Fitnessgeräte für zuhause: Was passt in kleine Wohnungen?

Wer in einer kleinen Wohnung trainieren möchte, steht vor einer anderen Entscheidung als jemand mit eigenem Trainingsraum: Der Platz ist knapp, die Nachbarn hören mit, und das Gerät muss sich verstauen lassen.

Die wichtigste Regel: Kaufen Sie kein Gerät, das Sie nicht regelmäßig nutzen. Ein kompaktes, leises und einfach zu bedienendes Gerät, das Sie tatsächlich benutzen, ist wertvoller als eine große Maschine, die nach zwei Wochen im Weg steht.

Erst den Platz messen, dann das Gerät wählen

Der häufigste Fehler beim Kauf von Fitnessgeräten ist, nur darauf zu achten, wie viel Platz das Gerät aufgebaut braucht. Dabei übersehen viele, dass das Gerät auch durch die Tür passen, auf dem Boden stehen und im Alltag nicht stören muss. Messen Sie vor dem Kauf nicht nur die Stellfläche, sondern auch die Türbreite, den Flur und die Möglichkeit, das Gerät hochzuklappen oder wegzurollen. Ein Laufband, das im Wohnzimmer aufgebaut bleibt, braucht schnell zwei Quadratmeter. Ein klappbares Rudergerät oder ein Heimtrainer lässt sich dagegen nach dem Training in eine Ecke schieben.

Prüfen Sie außerdem, ob der Boden das Gewicht aushält und ob das Gerät auf empfindlichen Böden wie Parkett oder Laminat Spuren hinterlässt. Viele Geräte haben Gummifüße, aber bei schweren Maschinen lohnt sich eine zusätzliche Trainingsmatte. Wer in einer Mietwohnung wohnt, sollte auch an den Schallschutz denken: Ein hartes Aufsetzen von Gewichten oder das Stampfen auf dem Laufband hört der Nachbar unter Ihnen deutlich.

Lautstärke: Was die Nachbarn hören

Die Lautstärke ist in Mehrfamilienhäusern wichtig, wird aber beim Kauf oft übersehen. Grundsätzlich gilt: Geräte mit Schwungrad wie Heimtrainer und Rudergeräte sind leiser als Laufbänder, deren Motor und Laufband selbst Geräusche machen. Ein Laufband kann je nach Modell und Untergrund deutlich hörbar sein, besonders wenn es auf einem harten Boden ohne Matte steht. Rudergeräte mit Luftwiderstand rauschen zwar, aber das Geräusch ist gleichmäßig und weniger störend als das Stampfen beim Laufen. Heimtrainer mit Magnetbremse arbeiten nahezu geräuschlos, solange die Mechanik sauber ist.

Wenn Sie in einem Altbau mit hellhörigen Decken wohnen, sollten Sie zu einem leisen Gerät greifen und eine Matte darunterlegen. Springseile sind dagegen fast geräuschlos, wenn Sie auf einem geeigneten Untergrund springen, aber das Seil selbst kann auf hartem Boden klatschen. Kurzhanteln und eine Hantelbank erzeugen nur dann Lärm, wenn Sie die Gewichte fallen lassen. Legen Sie sie kontrolliert ab, bleibt es ruhig.

Welches Gerät passt zu welchem Trainingsziel?

Die Wahl des Geräts hängt davon ab, was Sie erreichen möchten. Für Ausdauer und Fettverbrennung sind Laufband, Heimtrainer, Rudergerät und Springseil geeignet. Für Kraftaufbau und Muskelaufbau brauchen Sie Kurzhanteln, eine Hantelbank oder ein Kraftgerät. Mischen Sie beides, wenn Sie sowohl Ausdauer als auch Kraft trainieren wollen.

Ein Laufband ist die erste Wahl für alle, die gerne laufen und nicht auf Wetter oder Tageszeit achten möchten. Es braucht aber am meisten Platz und ist laut. In einer kleinen Wohnung sollten Sie nur dann ein Laufband kaufen, wenn Sie es wirklich regelmäßig nutzen und genug Raum haben. Klappbare Modelle sparen Platz, sind aber oft schwerer und wackeln bei schnellem Lauf.

Der Heimtrainer ist der Klassiker für kleine Wohnungen. Er steht stabil, braucht wenig Fläche und ist leise. Sie können dabei lesen oder fernsehen, was die Motivation steigert. Achten Sie darauf, dass sich Sattel und Lenker gut verstellen lassen, damit Sie eine ergonomische Sitzposition finden. Ein Test des Schweizer Konsumentenmagazins «Kassensturz» zeigte, dass sich Hometrainer vor allem beim Aufbau und in der Bauweise unterscheiden und einige Modelle für schwere Personen instabil sind. Prüfen Sie daher die maximale Belastbarkeit und die Stabilität des Rahmens.

Das Rudergerät trainiert fast den ganzen Körper: Beine, Rücken, Arme und Rumpf. Es ist kompakt, lässt sich oft hochkant stellen und ist leiser als ein Laufband. Allerdings erfordert die Rudertechnik etwas Übung, und wer sie falsch ausführt, belastet den Rücken. Für Einsteiger lohnt sich ein Modell mit einstellbarem Widerstand und eine kurze Einweisung, etwa durch ein Video-Tutorial.

Kurzhanteln und eine Hantelbank sind die flexibelste Lösung für Krafttraining. Sie brauchen wenig Platz, lassen sich in einer Kiste oder einem Regal verstauen und sind für fast alle Übungen geeignet. Achten Sie auf verstellbare Kurzhanteln, wenn Sie mit wenig Gewicht anfangen und später steigern möchten. Eine Hantelbank sollte stabil stehen und ein maximales Benutzergewicht haben, das auch das Körpergewicht plus die Hanteln umfasst. Bei dynamischen Übungen wie Bankdrücken wirken zusätzliche Kräfte, daher sollte die Bank nicht knapp an der Grenze belastet werden.

Das Springseil ist das günstigste und platzsparendste Gerät überhaupt. Es passt in jede Schublade und trainiert Ausdauer, Koordination und Beinmuskulatur. In einer kleinen Wohnung brauchen Sie aber eine Decke mit ausreichender Höhe und einen Boden, der das Seil nicht beschädigt. Auf Teppich oder mit einer Matte funktioniert es gut, auf hartem Parkett kann das Seil abfärben oder Kratzer hinterlassen.

Typische Fehler beim Kauf vermeiden

Neben dem Platzbedarf gibt es weitere Fehler, die sich später rächen. Ein häufiger Fehlkauf ist ein Gerät, das nicht durch die Tür passt. Messen Sie nicht nur die Stellfläche, sondern auch die Türbreite und den Weg bis zum Aufstellort. Manche Geräte lassen sich zwar zusammenklappen, aber im zusammengeklappten Zustand sind sie oft immer noch sperrig.

Ein zweiter Fehler ist, sich auf die beworbene Multifunktion zu verlassen. Viele günstige Kraftstationen versprechen zahlreiche Übungen, sind aber im Alltag nur eingeschränkt nutzbar, weil sich die Einstellungen umständlich bedienen lassen oder die Stabilität fehlt. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sich die Funktionen, die Sie tatsächlich nutzen wollen, auch wirklich gut bedienen lassen. Ein einfaches Gerät, das Sie bedienen können, ist besser als eine komplizierte Maschine, die Sie meiden.

Ein dritter Fehler betrifft die Belastbarkeit. Bei Hantelbänken und Kraftstationen müssen Sie zwischen statischer und dynamischer Belastung unterscheiden. Die statische Belastung ist das Gewicht, das das Gerät im Ruhezustand aushält. Bei dynamischen Bewegungen wie Bankdrücken oder Kniebeugen wirken zusätzliche Kräfte, daher müssen Sie Körpergewicht und Zusatzgewichte gemeinsam berücksichtigen. Achten Sie darauf, ob die angegebene Last für das gesamte Gerät gilt oder nur für einzelne Bauteile, und ob Sicherheitsablagen und Verriegelungen vorhanden sind. Stellen Sie das Gerät auf eine ebene, rutschfeste Fläche.