Kinder spielerisch für gesundes Essen begeistern
Wenn Ihr Kind Gemüse liegen lässt oder Neues ablehnt, helfen Druck und lange Erklärungen selten. Bieten Sie ihm Lebensmittel stattdessen wiederholt und ohne Druck an – beim Einkaufen, Zubereiten und gemeinsamen Essen. So entdeckt es selbst, was ihm schmeckt.
Lassen Sie Ihr Kind kleine Aufgaben in der Küche übernehmen, richten Sie das Essen gemeinsam an und bieten Sie Obst als Zwischenmahlzeit an. Ihr Kind entscheidet selbst, ob und wie viel es von den angebotenen Speisen isst.
Kinder beim Kochen einbeziehen
Kinder können schon vor dem Essen mithelfen. Lassen Sie Ihr Kind Obst und Gemüse waschen, Zutaten in eine Schüssel geben, Teig kneten oder einen Wrap belegen. Wählen Sie einfache Gerichte mit wenigen Zutaten, etwa eine Gemüse-Pizza oder ein Brot, das jedes Familienmitglied selbst belegt.
Wählen Sie Aufgaben, die zum Alter und Können Ihres Kindes passen. Kleine Kinder rühren oder zupfen weiche Zutaten, ältere können unter Aufsicht schneiden und abmessen. Überlassen Sie heiße Töpfe und scharfe Messer Erwachsenen, bis Ihr Kind sicher damit umgehen kann. Auch eine kleine Aufgabe zählt: Ihr Kind muss das Gericht weder allein zubereiten noch hinterher probieren.
Essen gemeinsam anrichten
Machen Sie das Anrichten zu einem kleinen Spiel. Ihr Kind kann zum Beispiel Gemüse und Obst in unterschiedlichen Farben auswählen oder Paprika, Gurke und Apfelstücke auf einem Teller anordnen. Aus vertrauten Speisen lassen sich außerdem Baukastenessen machen: Stellen Sie Brot, Rohkost und Aufstrich getrennt bereit, damit Ihr Kind selbst kombiniert.
Neue Zutaten wirken weniger fremd, wenn sie neben etwas Bekanntem liegen. Servieren Sie etwa ein kleines Stück Gurke zu einem vertrauten Brot. Ihr Kind darf es ansehen, riechen oder anfassen und selbst entscheiden, ob es kosten möchte. Bunte Formen und abgestimmte Farben können die Neugier Ihres Kindes wecken. Ob Ihrem Kind das Essen schmeckt, entscheidet es selbst.
Neue Lebensmittel wieder anbieten
Ihr Kind nimmt ein neues Lebensmittel vielleicht nicht gleich beim ersten Mal an. Bieten Sie es bei einer späteren Mahlzeit erneut an, ohne daraus eine Prüfung zu machen. Ihr Kind kann beim Waschen oder Zubereiten mithelfen und sich so mit Geruch, Aussehen und Konsistenz vertraut machen.
Bleiben Sie gelassen, wenn Ihr Kind ablehnt. Drängen Sie es weder zum Probieren noch zum Aufessen und kommentieren Sie die gegessene Menge nicht. Essen Sie selbst abwechslungsreich und zeigen Sie, dass Sie neue Speisen gern kosten. Gemeinsame Mahlzeiten geben Ihrem Kind Gelegenheit, Sie dabei zu beobachten.
Obst als Zwischenmahlzeit anbieten
Ein kleiner Obstteller mit vorbereiteten Stücken eignet sich als Zwischenmahlzeit. Lassen Sie Ihr Kind etwa eine eigene Kombination aus Apfel, Beeren und Banane zusammenstellen oder Obst gemeinsam waschen und anrichten. Wasser und ungesüßte Getränke sind gute Durstlöscher.
Planen Sie Zwischenmahlzeiten in den Tagesablauf ein, statt den ganzen Tag Snacks bereitzustellen. Bei Kleinkindern braucht die Zubereitung besondere Aufmerksamkeit: Ganze Weintrauben und kleine harte Stücke bergen Verschluckungsgefahr. Schneiden Sie Obst und Gemüse altersgerecht und beaufsichtigen Sie Ihr Kind beim Essen.
Bewegung als Familienzeit
Bewegen Sie sich gemeinsam, ohne Bewegung an Mahlzeiten zu knüpfen. Gehen Sie zu Fuß zum Spielplatz, wählen Sie auf dem Heimweg eine neue Strecke oder spielen Sie im Park Fangen, Ballrollen und Balancieren. Auch eine kurze Runde um den Block unterbricht einen Tag, an dem Ihr Kind viel sitzt.
Richten Sie die Aktivität nach dem Alter und den Interessen Ihres Kindes aus. Freude am Mitmachen zählt mehr als Leistung. Bewegung ist weder Ausgleich für eine Mahlzeit noch eine Bedingung für Nachtisch.