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Ratgeber

Laufband für zuhause kaufen: Worauf Sie achten müssen

Legen Sie vor dem Kauf fest, ob Sie auf dem Laufband vor allem gehen, gelegentlich joggen oder regelmäßig schnell laufen. Davon hängen die nötige Geschwindigkeit, die Größe der Lauffläche und die Stabilität ab.

Messen Sie den Platzbedarf bei aufgeklapptem Gerät und prüfen Sie Lautstärke, Laufgefühl und Sicherheitsfunktionen. Diese Kriterien sind wichtiger als Klappbarkeit, viele Programme oder eine besonders weiche Lauffläche.

Wählen Sie ein Laufband für Ihr Training

Für regelmäßiges Gehen kann ein Walking-Laufband ausreichen. Solche Geräte sind für niedrigere Geschwindigkeiten gedacht; Stiftung Warentest ordnet Modelle bis 6 km/h dieser Kategorie zu. Möchten Sie später joggen, wählen Sie ein Laufband mit entsprechendem Geschwindigkeitsbereich. Erreicht das Gerät gerade Ihre gewünschte Höchstgeschwindigkeit, bleibt wenig Spielraum, Ihr Training anzupassen.

Beim regelmäßigen oder schnelleren Laufen zählen neben dem Tempo eine ausreichend große Lauffläche und ein stabiler Stand. Die von Stiftung Warentest geprüften Laufbänder hatten Laufflächen zwischen 100 und 132 Zentimetern. Die Werte beschreiben nur die Auswahl in diesem Test und sind keine allgemeingültige Mindestlänge. Welche Fläche sich sicher und angenehm anfühlt, hängt von Ihrer Körpergröße, Ihrem Lauftempo und Ihrem Schritt ab. Probieren Sie das Gerät nach Möglichkeit in Ihrer üblichen Trainingsgeschwindigkeit aus.

Zusatzfunktionen wie Trainingsprogramme oder Pulsmessung sind erst dann sinnvoll, wenn Tempo, Lauffläche und Stabilität passen. Überlegen Sie, welche Funktionen Sie tatsächlich nutzen werden, statt allein die Zahl der Programme zu vergleichen.

Prüfen Sie den Platzbedarf des Laufbands

Vergleichen Sie vor dem Kauf die Maße des Laufbands im betriebsbereiten Zustand mit dem vorgesehenen Standort. Sie müssen sicher auf- und absteigen können und rund um das Gerät genug Platz lassen. Beachten Sie auch die Abstände, die der Hersteller für die Aufstellung vorgibt.

Die Klappmaße beantworten eine andere Frage: Passt das Gerät nach dem Training an den geplanten Lagerplatz? Prüfen Sie dafür das Gewicht, die Rollen und den Klappmechanismus. Ein klappbares Laufband lässt sich nicht automatisch leicht verschieben oder verstauen. Denken Sie auch an den Weg durch Türen und Treppenhäuser sowie daran, ob Sie beim Auf- und Abbau Hilfe benötigen.

Prüfen Sie die Lautstärke am Standort

Beim Laufband entstehen Geräusche durch den Motor und durch die Schritte. In einer Wohnung kommt es deshalb auch darauf an, wie laut das Gerät am Standort und in angrenzenden Räumen zu hören ist.

Eine Dezibelangabe lässt sich nur sinnvoll vergleichen, wenn Messabstand, Geschwindigkeit und Messbedingungen bekannt sind. Stiftung Warentest maß in 1,5 Metern Abstand bei 4,5 km/h und erneut bei 10 km/h. Zusätzlich achtete der Test auf auffällige Geräusche, etwa Pfeifen, Schleifen oder Rattern. Eine einzelne Angabe ohne solche Bedingungen sagt wenig über die Lautstärke im eigenen Zuhause aus.

Hören Sie ein Laufband nach Möglichkeit im Betrieb an. Achten Sie auf Geräusche bei den Geschwindigkeiten, die Sie tatsächlich nutzen wollen, und prüfen Sie vor dem Kauf die Rückgabebedingungen. Eine pauschale Dezibelgrenze, die ein Laufband für jede Wohnung und Nachbarschaft als geeignet ausweist, gibt es nicht.

Bewerten Sie die Dämpfung

Die Dämpfung beeinflusst, wie sich das Laufdeck beim Gehen oder Laufen anfühlt. Achten Sie beim Probelauf darauf, ob die Fläche für Sie angenehm wirkt und ob das Gerät stabil bleibt. Ein sehr weiches Laufgefühl ist nicht automatisch besser: Entscheidend ist, dass Sie sicher auftreten und gern darauf trainieren.

Studien zu Laufoberflächen kommen je nach gemessenem Belastungswert zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Übersichtsarbeit, die mehrere Studien zusammenfasst und ihre Ergebnisse statistisch auswertet, fand auf weicheren Oberflächen eine niedrigere Spitzenbeschleunigung am Schienbein. Bei anderen untersuchten Belastungsmaßen ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede. Daraus folgt kein verlässliches Versprechen, dass die Dämpfung eines bestimmten Laufbands Knie-, Hüft- oder andere Verletzungen verhindert.

Ein Laufband ersetzt bei akuten Schmerzen oder bekannten Gelenkproblemen keine Behandlung. Lassen Sie sich beraten und klären Sie, welche Trainingsform für Sie geeignet ist.

Prüfen Sie, ob Sie eine Neigung brauchen

Eine verstellbare Neigung erhöht die Trainingsmöglichkeiten, ist aber nicht für jedes Ziel nötig. Wenn Sie vor allem entspannt gehen oder gelegentlich joggen, reicht ein Gerät ohne Neigungsfunktion, sofern Tempo und Lauffläche zu Ihrem Training passen. Für bergauf orientierte Einheiten oder zusätzliche Abwechslung kann die Funktion nützlich sein.

Prüfen Sie, ob sich die Neigung während des Trainings einstellen lässt oder nur manuell verändert wird. Eine Studie mit zwölf Erwachsenen mit Adipositas untersuchte Gehen bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Steigungen. Dabei zeigte sich, dass bergauf gehen unter bestimmten Bedingungen die Beanspruchung steigern kann; die Ergebnisse gelten für die untersuchte Gruppe und ersetzen keinen persönlichen Trainingsplan.

Prüfen Sie die Sicherheitsfunktionen

Der Not-Stopp sollte leicht erreichbar sein. Bei vielen Laufbändern wird dafür ein Sicherheitsclip an der Kleidung befestigt, der das Gerät bei einem Sturz anhält. Prüfen Sie, wie der Clip funktioniert und ob sich der Not-Stopp im Gebrauch sicher bedienen lässt. Achten Sie außerdem auf einen stabilen Stand und eine sichere Verriegelung des Klappmechanismus. Kontrollieren Sie auch, ob bewegliche Teile abgedeckt sind.

Halten Sie den Bereich um das Laufband frei und tragen Sie geeignete Sportschuhe. Wenn Sie das Gerät zu Hause ausprobieren, kontrollieren Sie vor dem Training, ob das Laufdeck sicher eingerastet ist und das Laufband nicht wackelt.

Vermeiden Sie Fehlkäufe beim Laufband

Ein häufiger Fehlkauf ist ein kompaktes Walking-Gerät, das später auch fürs Joggen dienen soll. Prüfen Sie deshalb vorab, welche Geschwindigkeiten und Trainingsarten der Hersteller für das Modell vorsieht. Auch die gefalteten Maße allein reichen als Platzprüfung nicht aus: Das Gerät muss im Betrieb in den Raum passen und sich anschließend tatsächlich verstauen lassen.

Prüfen Sie die Grundkriterien unabhängig von Preis und Programmzahl. In ihrem Test fand Stiftung Warentest Sicherheitsmängel auch bei teureren Geräten. Kontrollieren Sie deshalb Not-Stopp, Standfestigkeit und Verriegelung.

Prüfen Sie auch Versprechen wie „besonders leise“ oder „gelenkschonend“ kritisch. Fragen Sie nach den Messbedingungen, wenn ein Hersteller konkrete Lautstärkewerte nennt, und beurteilen Sie die Dämpfung nach dem eigenen Laufgefühl. Eine weiche Lauffläche ist kein belegter Verletzungsschutz.