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Glaubersalz beim Fasten: Anwendung und Risiken

Glaubersalz (Natriumsulfat) wirkt stark abführend: Es hält Wasser im Darm zurück und löst eine Darmentleerung aus. Manche traditionellen Fastenkuren sehen die Einnahme zu Beginn der Fastenzeit vor. Ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen ist nicht belegt. Fürs Fasten ist Glaubersalz nicht nötig.

Die Einnahme kann Durchfall sowie Flüssigkeits- und Salzverluste verursachen. Nehmen Sie Glaubersalz nicht eigenständig nach einer Anleitung aus dem Internet ein. Sprechen Sie vorher mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke darüber und beachten Sie die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum es zu Fastenbeginn eingesetzt wird

In traditionellen Fastenabläufen soll Glaubersalz den Darm rasch entleeren. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gehört Glaubersalz beim Heilfasten zum ersten Fastentag. Befürworter des Buchinger-Fastens begründen die Darmreinigung unter anderem damit, dass sich der Darm zu Beginn des Fastens langsamer bewegen und dadurch Übelkeit oder Blähungen auslösen könne.

Daraus lässt sich kein Nutzen für alle fastenden Menschen ableiten. Es ist nicht nachgewiesen, dass Glaubersalz Fastenbeschwerden verhindert oder den Erfolg einer Fastenkur verbessert. Die abführende Wirkung ist auch keine Entgiftung: Behauptungen, Glaubersalz entferne sogenannte Schlacken, sind wissenschaftlich nicht belegt.

Glaubersalz-Dosierungen im Vergleich

Fastenempfehlungen und Gebrauchsinformationen nennen nicht immer dieselben Mengen. Die DGE beschreibt für einen traditionellen Fastenablauf 30 bis 40 Gramm in einem Liter Wasser, getrunken innerhalb von 20 Minuten; danach sollen weitere 0,5 bis 1 Liter Wasser oder Tee folgen. Das ist eine Beschreibung dieses Fastenprotokolls und keine allgemeine Anleitung zur Selbstbehandlung.

Eine Gebrauchsinformation für ein Bombastus-Präparat, überarbeitet im Januar 2025, nennt für Erwachsene bei Verstopfung 10 bis 20 Gramm in etwa 250 Millilitern Wasser. Für eine rasche Darmentleerung nennt sie 20 bis 30 Gramm in etwa 500 Millilitern Wasser. Sie nennt Verstopfung und die Darmentleerung vor bestimmten medizinischen Maßnahmen als Gründe für die Anwendung, nicht aber das Fasten. Dosierung und Hinweise können je nach Produkt abweichen. Prüfen Sie deshalb die Packungsbeilage und nehmen Sie nicht mehr ein, nur weil eine Fastenanleitung eine höhere Menge empfiehlt.

Risiken von Glaubersalz beim Fasten

Durchfall gehört zur abführenden Wirkung. Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls auftreten. Bei Überdosierung verliert der Körper Wasser und wichtige Salze. Das Risiko steigt, wenn Sie während des Fastens zusätzlich wenig trinken oder die Einnahme wiederholen.

Bei häufiger oder längerer Anwendung kann die Darmtätigkeit träger werden. Hohe Dosen oder eine dauerhafte Einnahme können den Natriumgehalt im Blut erhöhen. Sie können außerdem Wassereinlagerungen und Bluthochdruck begünstigen sowie dem Körper Wasser und Kalium entziehen. Schwere Störungen des Salzhaushalts können Muskelschwäche und Herzfunktionsstörungen nach sich ziehen. Verwenden Sie Glaubersalz daher nur kurzfristig und erhöhen Sie die Dosis nicht eigenmächtig.

Wann Sie Glaubersalz nicht einnehmen sollten

Die Packungsbeilage des Bombastus-Präparats nennt Darmverschluss, Bluthochdruck und Herzschwäche als Gründe, das Mittel nicht anzuwenden. Auch entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen und Störungen des Wasser- oder Elektrolythaushalts zählen dazu. Harntreibende Medikamente können den Kaliumverlust verstärken. Bei bestimmten Herzmedikamenten, sogenannten herzwirksamen Glykosiden, kann ein solcher Verlust die Empfindlichkeit gegenüber dem Medikament erhöhen. Laut dieser Packungsbeilage soll das Präparat während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Beachten Sie immer die Hinweise in der Packungsbeilage Ihres Produkts.

Auch eine Fastenkur selbst ist nicht für alle geeignet. Sie kann Kreislaufprobleme und Störungen des Salzhaushalts verursachen. Lassen Sie vor dem Fasten ärztlich prüfen, ob es für Sie infrage kommt, besonders bei Vorerkrankungen oder Untergewicht. Das gilt auch bei Schwangerschaft, Stillzeit oder einer Essstörung. Wenn nach der Einnahme starker oder anhaltender Durchfall, Erbrechen, ausgeprägter Schwindel, Muskelschwäche oder Herzbeschwerden auftreten, holen Sie medizinischen Rat ein.